Frank Rossow

Reisen & Berichte

11 Tage Tauchsafari – die Tour der Touren

5 Tage Nordtour mit den berühmten Wracks um Abu Nuhas, Rosalie Moller, Thistlegorm und dem Riff von Ras Mohammed. Danach über Nacht zu den Brothers, dazu noch 3 Tage Daedalus Riff mit Hammerhaien und zum Abschluß nach Port Galib und Elphinstone. Die Tour der Touren war ein lange gehegter Wunsch und eine Rückkehr zu einem fantastischen Land das ich tief in meinem Herzen habe.

Daedalus Riff

Daedalus Riff

Ägypten tief im Herzen und lange nicht bereist

Schon lange wollte ich zurück nach Ägypten, über 15 Jahre war es her, seit ich das letzte Mal in Ägypten getaucht bin. Zu viele andere Tauchziele riefen zur Erkundung. Es war auch etwas Zeit und Abstand nötig, denn 1998 habe ich als Guide ein halbes Jahr auf einem Safari-Boot gearbeitet. Diese Zeit war einer der schönsten in meinem Leben, jedoch nicht ohne viel Arbeit und Verantwortung. Auch nicht gänzlich unanstrengend in einer winzigen Kabine ohne Dusche oder Toilette zu leben. Aber die Zeiten waren damals so. Mit Volker meinen  gutem Tauchbuddy (na ja – er könnte schon ein wenig öfter schauen) aus Australien wollten wir zusammen diese Tour machen.

Volker hatte ebenfalls als Guide in Ägypten gearbeitet und dieses Mal wollten wir zusammen die Top-Ziele des roten Meeres betauchen und mit Video und Fotos festhalten.

Wracks, Drop Off Riffe und unheimlich viele Eindrücke

Unser Boot war schnell gebucht. Die „M/Y Independence II“ 40m lang, 8,5m breit, 5*****, Platz für 20 Personen, 2 Guides (was für ein Luxus) und Enos System an Bord. Ein großes Sonnendeck, eine Lounge-Ecke für den Abend und ein fähiger Kapitän und sehr gute Crew. Ein tolles Boot.

Wer selber solch eine Reise einmal erleben möchte dem sei dieses Boot ans Herz gelegt:
„M/Y Independence II“ von Blue Water Safaris

Schwierigkeit hoch – Empfehlung nich tweniger als 100 TG
Sichtweiten 20 bis 40 m
Tiefe 5 bis 50 m, Drop Offs! bis 800m
Strömung Brothers teilweise heftig und nicht ungefährlich
Wassertemp. August 28 °C bis 31 °C
Beste Zeit für große Tour: Juli bis September

Großfische Hammerhaie, Mantas, Fuchshai, graue Riffhaie, Longimnus, Napoleon, Thunfische,
Fische gerade an dne Drop Off Riffen Fischwolken aus Fahnenbarschen und alels was das rote Meer bieten kann
Korallen die Vielfalt sucht ihres Gleichen. Weichkorallen und riesige Steinkorallenformationen
Wracks Thistlegorm, Wracks von Abu Nuhas (Gianis D, Carnatic, Chrisoula K), Rosalie Moller, Ulysses,
Höhlen
Steilwände Ras Mohamed (800m Tiefe), Brother und Daedalus mit großen Tiefen rings herum. Drop Off Tauchen vom Feinsten
Besonderheit super Kombination aus Wracktour (Nordtour) und den Riffen des Marine Parks

Hotel/Resort alle Übernachtungen an Bord, nach solch einer Tour hat man auch mehr als genug gesehen
Kabinen große Kabinen mit Einzelbetten, es gibt aber auch Mastersuiten am Oberdeck, geschlafen wird oft an Deck
Essen Wahnsinn was der Koch an Bord jeden Tag zauberte, frisches Brot, Kuchen, große Abwechslung
Strand Wasser, Wasser, Wasser
Nightlife nach 3-4 TG pro Tag zu müde
Kultur evt. als Anschlußprogramm in Luxor
„Must see“ Wracks (Rosalie Moller, Thistlegorm, giannis D) Bothers und Daedalus

4 Tage Wracks satt – die Nordtour wartet auf uns zum Start

Wir fliegen von Hannover nach Hurghada und landen um kurz vor 19:00. Vom Flughafen geht es mit einem kleinen Bus direkt zum Boot, die „M/Y Independence II“ erwartet uns im Hafen von Hurghada. Leider dauert es gute 50 min. bis wir in den Hafen kommen. Eine große Feier findet dort statt und die Polizei lässt unseren Wagen nicht passieren. Wir kreisen rund um den Hafen und müssen es 5x versuchen doch durchgelassen zu werden. Typisch denken wir. Mit der Polizei ist nicht zu spaßen. Hurghada selbst hat sich in den 15 Jahren nicht verbessert. Was wir sehen sieht nicht so toll aus. Viel Dreck und gammelige Ecken. Man merkt dem Land die Probleme an. Irgendwann geht es dann doch durchs Tor und so kommen wir um 20:00 an Bord und sind fast die letzten Gäste. Die Schwülwarme Luft beträgt noch gut 36°C und uns läuft schnell das Wasser aus jeder Pore.

Wir packen die Tauchsachen aus, ich nehme meine bereit gestellte 15 Liter Flasche und dann noch schnell die Kabine inspiziert. Ein kurzer Austausch mit den anderen Gästen und den Guides, dann ab ans Oberdeck und versuchen ein wenig Schlaf zu bekommen. Es ist laut und zu warm, ich trinke alleine 2 Liter Wasser in dieser Nacht.

Morgens um 6:00 geht es dann los, das Meer ist so ruhig, dass wir während der Fahrt früstücken können. Um 6:30 ist Shab el Erg erreicht, der klassiche Auftakt einer Safari, der obligatorische Check-Tauchgang. Die beiden Guides (aus der Schweiz und aus Australien) haben schnell gemerkt, das Volker und ich auch mal auf ihrer Position gearbeitet haben. Wir müssen nicht beweisen, dass wir alles beherschen, machen jedoch die Übungen für uns selber brav mit und schießen auch unsere Bojen zur Übung ab. Die werden wir in den nächsten Tagen noch oft benötigen.