Frank Rossow

Reisen & Berichte

TODI – Indoortauchen mit tropischen Süßwasserfischen

Tropische Süßwasserfische, Meerjungfrauen und bei 23 °C entspannt abtauchen – TODI das Indoortauchzentrum in Belgien macht es möglich. Das ehemalige Bergbaugelände bietet darüber hinaus auch für nicht tauchende Begleitung einige Abwechslungsmöglichkeiten. Im eigenen Restaurant lässt es sich vortrefflich relaxen und durch mehrere große Panoramafenster können Zuschauer entspannt das „Treiben“ im Tauchbecken verfolgen

Tropische (Süßwasser)-Fische im Herzen Europas hautnah erleben? Lange war dies der Traum jeden Aquarianers. Seit 2016 ist dies in Belgien möglich. In 6,2 Millionen Litern Wasser können Schnorchler, Taucher und Gäste des Restaurants dies im neu eröffneten Tauchzentrum TODI hautnah erleben. Über 25 verschiedene Fischarten, dazu „lebendige“ Meerjungfrauen und insgesamt neun Themengebiete gibt es hier zu bestaunen und zu betauchen. Der Name verrät es bereits, denn TODI steht für „Total Diving“ – für ein absolutes Taucherlebnis.

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Das Tauchbecken kurz vor der Eröffnung – Die 6,2 Millionen Liter Wasser benötigten 1 Woche um das große Tauchbecken zu füllen

 

Mitte August 2016 erfuhr ich, dass ein neues Indoor-Tauchzentrum in Belgien eröffnet werden sollte. Ansich keine besonders interessante  Information, da mich eigentlich viel mehr die Natur, Fische und allgemein das Unterwasserleben interssiert. Aber der Clou an TODI, es ist nicht „nur“ ein weiteres Tauchzentrum, sondern hier kann man tropische Fische hautnah erleben. Der Kontakt mit den Ansprechpartnern von TODI war schnell hergestellt und die beiden Initiatoren und Vordenker des Projektes, Dirk Heylen und Wouter Schouvaarts, luden mich kurzfristig und unkompliziert zu einer privaten Rundführung ein.

Wo bitte geht es zu TODI?

Freudig fahre ich früh morgens los, um die 350km von Enger nach Belgien zurück zu legen. In Beringen / Belgien angekommen, suche ich dann nach besagtem Tauchcenter, denn das Areal der Be-Mine Betreibergesellschaft ist riesig. Am großen Einkaufscenter entlang, fahre ich auf einem (damals noch) holprigen und ungeteerten Weg, vorbei an einem riesigen baufälligen Gebäude, wo ich zwei große Betonschalen mit Gerüsten daran entdecke.

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30 °C und noch viel Arbeit

Hier kann man bald gut Essen

Das Restaurant im Rohbau

Einige Bauwagen stehen davor, Bauarbeiter laufen emsig umher – hier wird gearbeitet, hier scheine ich richtig zu sein. Kurz darauf begrüßen mich Dirk und Wouter. Ich bekomme noch einen Helm aufgesetzt und dann darf ich mir einen ersten Überblick auf der Baustelle verschaffen. Ich lasse mir die Ideen, Visionen und Gedanken von Wouter und Dirk erklären, und bin wirklich beeindruckt. Hier entsteht ein modernes Indoor-Tauchcenter mit vielen pfiffigen und stimmigen Details, die das Taucherherz glücklich machen werden.

Noch sind etliche Innenarbeiten zu erledigen. Aber voller ansteckender Begeisterung berichten mir beide beim Rundgang durch die verschiedenen Ebenen, was TODI alles zu bieten haben wird. Nach einem 40 minütigen Rundgang, dem Betrachten der Filteranlagen, der Büroräume und des Mitarbeiterbereichs geht es dann endlich in den vierten Stock zum Tauchbecken.

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Dirk Heylen erläutert die einzelnen Tauchstationen

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Das Tauchbecken

Wow, knapp zwei Meter Wasser sind schon drin (ca. 10 Meter sollen es werden) und ich kann es kaum erwarten, hier irgendwann die ersten Tauchgänge und Fotos zu machen. Noch ca. eine Woche wird das Wasser weiterhin fließen, bis die maximale Kapazität von 6,2 Millionen Litern erreicht ist. Dann dauert es noch ca. 6 Wochen bis das Wasser biologisch aufbereitet ist und die ersten Fische eingesetzt werden können.

Das Tauchbecken ist fertig – das Wasser läuft

Die Dekorelemente für das Tauchbecken sind alle bereits aufgebaut und installiert. Eine Menge an Abwechslung wird es für Taucher zu sehen geben, gut durchdacht und optimal umgesetzt. So finden sich z.B. mehrere einfache und praktische Einstiegsmöglichkeiten für jeden Ausbildungslevel (von der breiten Treppe mit Geländer auf die Plattform bis hin zum großen Schritt vorwärts vom Beckenrand direkt in den Fischschwarm hinein). Um das Becken herum befindet sich ein breiter, heller und freundlicher Rundgang mit Sitzflächen, die zudem einen Blick auf die Landschaft und die Freizeitmöglichkeiten drum herum bieten.
Der Blick vom Beckenrand in die Tiefe verschafft einen guten Überblick, wo sich was befindet. Das Wasser schimmert leicht grünlich, ist jedoch glasklar.

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Der Tacuhturm von außen – im Hintegrund erkennt man den Kletterpark

TODI, Minenmuseum, Spaßbad, Kletterpark & Einkaufszentrum bei Be-Mine

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Der Name für das Projekt „TODI“ steht für Total Diving und ist absolut stimmig ausgewählt. Die gesamte Idee und Planung dieses Projektes, die bereits 2008 began, standen unter dem Motto, Tauchern ein möglichst einzigartiges Erlebnis zu bieten. Die Gesamtinvestition des Projektes umfasst 9,0 Millionen Euro und hat 30 neue Jobs entstehen lassen. TODI ist heute das größte Tauchcenter Belgiens mit 6,2 Millionen Liter Wasser. Es bietet neun verschiedene Themengebiete mit über 2.200 tropischen Süßwasser Fischen zusammengestellt aus 25 unterschiedlichen Arten. Das Tauchbassin hat einen Durchmesser von 36 Metern, eine Tiefe von 10 Metern und das Wasser ist 23 °C warm. Optimale Bedingungen für entspanntes aber auch spannendes Tauchen.

Es ist beeindruckend, was auf dem ehemaligen Minengelände alles unternommen wurde. Ähnlich wie im Ruhrgebiet unternimmt die Region Limburg große Anstrengungen, um aus der Industriebrache neue Arbeitsplätze und einen Anziehungspunkt für Unternehmungslustige und Freizeitsportler zu machen. Auf über 100.000 m² gibt es u.a. ein Minenmuseum, ein Erlebnisbad, ein großes Einkaufszentrum mit vielen Geschäften und Restaurants sowie jetzt neu das Indoor-Tauchcenter TODI. Wohnungen und sogar ein Hotel sind noch in Planung. Der Abraum aus dem Steinkohleabbau wurde idealerweise zu einem künstlichen „Abenteuer-Berg“ aufgeschüttet, der zum Outdoor-Gelände für Mountain Biker und Wanderer umfunktioniert wurde.

Die lang ersehnte Info von TODI kommt – die ersten Fische sind eingesetzt worde. Super, dass es für mich die Möglichkeit gibt eine Woche vor der offiziellen Eröffnung in aller Ruhe Fotos zu machen (als erster deutscher Fotograf) und alles auszuprobieren. Ein Hotelzimmer ist gebucht, Frau und Hund ins Auto gepackt und ab geht es nach Belgien.

Es darf getaucht werden – Schnell ins Wasser

Kurz nach 9 Uhr sind wir bei TODI. Es wird noch immer gehämmert und gebohrt, im Restaurant werden Stühle und Tische aufgebaut und über 40 Arbeiter sind überall im Gebäude schwer beschäftigt. Den Weg kenne ich ja und wir fahren in den vierten Stock. Dort werden wir vom freundlichen und hilfsbereiten Basisleiter Lawrence empfangen. „Hier sind die Flaschen, da der Kompressor, du bist selber Tauchlehrer, gut, dann kennst du dich ja mit allem aus, taucht so lange wie ihr wollt, Flaschen könnt ihr selber nachfüllen – viel Spaß“. Und schon stehen wir alleine am Beckenrand.

Ich springe geradezu in den Anzug, schnappe mir die Kamera und möchte schon ins Becken springen. Irgendetwas fehlt doch, ha – die Flossen – wie peinlich, aber kein Wunder, ich möchte endlich die Fische sehen und unter Wasser alles hautnah und live erleben.

Nach 80 Minuten steigen wir lächelnd und glücklich aus dem Wasser. Wouter und Dirk stehen am Beckenrand und wollen unsere ersten Eindrücke hören. Wir fachsimpeln und verpflegen uns, bevor es wieder zurück ins Wasser geht. Denn jetzt lugt die Sonne zaghaft zwischen den Wolken hervor. Schnell die Flaschen gefüllt, dann noch das Objektiv der Kamera gewechselt und ab ins Wasser. Wow, was für ein Unterschied ein wenig mehr Licht durch die Sonne bewirken kann, und welche Effekte die Sonnenstrahlen ins Wasser zaubern. Traumhaft.

Flaschen füllen und ab zum zweiten Tauchgang

Nach weiteren 75 Minuten reicht es uns für den Anfang. Einige gute Bilder sind im Kasten. Wir haben uns noch einmal in aller Ruhe das Verhalten der vielen Fische angeschaut und kleinere Details bei den Aufbauten entdeckt. Leider hat das Restaurant noch nicht geöffnet, so gibt es dann außerhalb eine Portion belgische Pommes und dann geht es durch den Stau im Ruhrgebiet wieder zurück ins heimische Ostwestfalen. Ein Woche später steht die offizielle Eröffnung an und ich habe eine Einladung dazu bekommen. TODI scheint sich zum regelmäßigen Tauchspot zu entwickeln.

Info TODI & Be-Mine

TODI hat mit seiner Idee des absoluten Taucherlebnisses natürlich den Anspruch eine Rundumbetreuung zu bieten. Dazu gehören daher auch ein Restaurant und eine Bar für den „Après-Dive“, durch deren Fenster man direkt ins Innere des Tauchbeckens schauen kann. Nach dem Check-In, am Eingang, bekommt jeder Besucher einen Chip, um in den Tauchbereich zu gelangen.

Schwierigkeit einfach
Sichtweiten 15 bis 20 m
Tiefe 1 bis 10 m
Strömung keine
Wassertemp. 23 °C
Beste Zeit In der Woche, Wochenenden eher voll

Grossfische Arowana, Pacus bis 1,20m
Fische über 25 Arten tropische Süßwasserfische
Korallen
Wracks 3 Autowracks
Höhlen Grotte, Autowracks, Canyon
Steilwände
Besonderheit Indoortauchzentrum der 5***** Klasse

Hotel/Resort bald soll ein Hotel gegenüber TODI entstehen
Camping zur Zeit noch nicht
Essen hervorragende belgische Küche
Strand Biergarten und Terrasse
Nightlife ————-
Kultur Minenmuseum, Einkaufszentrum
„Must see“ Mermaid Show

Fazit:

TODI ist ein hochmodernes Tauchzentrum mit der Besonderheit, neben vielen interessanten Themenbereichen auch tropische Fische als Taucher-Attraktion zu bieten. Von vielen großen Städten in Nordrhein-Westfalen sind es kaum 1 ½ h Autofahrt nach Beringen. Bei angenehmen 23 °C lässt es sich dann entspannt und abwechslungsreich eine Stunde tauchen. Danach kann sich im hauseigenen Restaurant hervorragend verpflegt werden. Für die nichttauchende Begleitung gibt es verschiedenste Möglichkeiten einen Tag oder auch ein Wochenende abwechslungsreich zu gestalten.
Adressen: Homepage von TODIHomepgae von Be-Mine

Einzigartiges Taucherlebnis in Europa, 5***** Taucherlebnis, über 25 tropische Fischarten, Sicherheit, 23 °C warmes Wasser, Abwechslung, moderne Leihausrüstung (Mares), Vollgesichtsmasken, Schnuppertauchen, Tauchkurse, Schulungsraum, Restaurant, Bar, leicht zu erreichen, große Umkleidekabinen, Aufzug zum Tauchbereich, kein Flaschen-Schleppen, auch für Nichttaucher ein Erlebnis, Schnorcheln & Apnoe Tauchen möglich

leider nicht direkt um die „Haustür“ gelegen – sonst könnte man jeden Tag dort tauchen

Entstehung von TODI – Youtube Video