Frank Rossow

Reisen & Berichte

Daniela Rodler – Münchens Nixe

Jeder Unterwasserfotograf freut sich auf außergewöhnliche Fotomotive und interessante Umgebungen. Dafür nehmen wir/ich oft große Mühen auf uns, um Bilder zeigen zu können, die nicht jeder in dieser Form nachmachen kann. Ein Mermaid Shooting mit Deutschlands bekanntester Meerjungfrau ist schon ein ganz besonderer Anlass. Deshalb war das TODI – das große Indoortauchzentrum in Belgien – die perfekte Wahl, um sich dort mit Daniela zu treffen und zu shooten.

Daniela Rodler – Münchens Nixe. Ein Unterwasserfotoshooting der Extraklasse

Das TODI Indoortauchzentrum begleite ich als Fotograf und Journalist schon seit seiner Eröffnung bzw. auch schon einige Monate vorher. Viele spannende Tauchgänge, dazu viel tolle Fotoshoots und damit verbunden etliche Berichte und Artikel in renommierten Zeitschriften, haben meinen Weg immer wieder zu TODI geführt. Wo kann man schon mit so vielen Fischen, in einer solch vielseitigen Kulisse entspannt indoortauchen?

Kontaktaufnahme und Realisation

Schon im Januar 2018 hatten Daniela und ich einen kurzen Kontakt über Facebook, kannten uns jedoch noch nicht persönlich. Wobei ich natürlich Daniela in vielen Reportagen und den Social Media schon oft gesehen hatte. Kurz und knapp haben wir die Eckdaten für ein Shooting im TODI besprochen. Für Mitte März 2018 war dann ein passender Termin gefunden.
Was für eine Freude und natürlich auch Ehre für den Fotografen mit Deutschlands bekanntester Meerjungfrau zu shooten. Aber gleichzeitig auch eine Verpflichtung entsprechend gute Bilder liefern zu können. Um etwas Außergewöhnliches entstehen zu lassen, braucht man ein tolles Fotomotiv (Daniela), eine super Location (TODI) und auch gute Bedingungen (Licht, Wasserklarheit usw.).

Mermaidshootings „make me happy“

Der Fotograf ist glücklich. Großes Tauchbecken mit vielen Fischen, die tolle Lichtstimmung und ein echtes Profimodell[/caption]

Als Fotograf bin ich Unterwasser erst seit 2016 mit einer professionellen Fotoausrüstung unterwegs – davor (1996-2001) mit einer Sea&Sea II. Das heißt aber nicht, dass ich nicht Überwasser schon seit längerer Zeit fotografiere. Darüber hinaus habe ich als Tauchlehrer (CMAS Course Director) und Ausbilder für angehende Tauchlehrer meine Berufung im Wasser über 20 Jahre in anderer Form sehr intensiv gelebt.

Der Hauptberuf und andere Projekte (wie Redakteur einer Wirbellosenzeitschrift, Buchprojekte, Hausbau etc.) kamen zudem immer wieder „dazwischen“. Natürlich kostet eine richtig gute Unterwasserfotoausrüstung auch ein entsprechendes „Kleingeld“. Immer schon war es jedoch mein großer Wunsch, die Unterwasserwelt so zeigen zu können, wie ich sie erlebe bzw. erlebt habe und darüber zu schreiben.

Deshalb war es dann 2016 auch endlich so weit. Der Kauf eines Hugyfot Gehäuse für meine Nikon D800 wurde in die Tat umgesetzt.Durch die Besuche im TODI kamen dann auch schnell erste Kontakte zu den dort performenden belgischen Meerjungfrauen (Mermaid Sunday at TODI) und erste Mermaid Shootings zustande.

Eigentlich ist die Model- bzw. Meerjungfrauenfotografie kein Bestandteil meiner Arbeit gewesen. Aber der Esprit und die Freude der jeweiligen Models beim Tauchen mit dem Meerjungfrauenkostüm und die tollen Farben der Fischflossen sowie das ganze „Drum & Dran“ haben mich zum echten Fan werden lassen.

Passend zu dem schönen Lebensmotto „Do more of what makes you happy“ ist Mermaid Shooting nun ein fester Bestandteil meiner Unterwasser-Foto-Arbeit geworden.

Der Kontakt mit den jeweiligen Mermaids bringt immer wieder super tolle Erlebnisse und Begegnungen und schöne und besondere Fotos zustande. Wenn man dann mit einer Ausnahmekönnerin zusammenarbeiten kann, wie mit Daniela, dann merkt man sehr schnell, warum professionelle Models ihr Geld wert sind.
Als Profi sitzt bei ihnen jede Pose und der Fotograf bekommt in kürzester Zeit unheimlich viel angeboten. Gute Bilder sind dann schon nach den ersten Aufnahmen auf dem Bildschirm zu erkennen. Wenn man dann kurz schaut ob die Belichtung etc. passt und feststellt, dass schon nach wenigen Schüssen perfekte Bilder dabei sind, dann wird der restliche Fotoshoot zum Selbstläufer und purer Spaß beginnt.

Organisation und Aufwand eines solchen Shootings

Wenn man als Zuschauer oder Betrachter die fertigen Bilder sieht, setzt man üblicherweise sein „like“ oder Herzchen bzw. seinen Daumen bei Facebook, Instagram & Co. Auch in Zeitschriften wird ein unter großem Aufwand entstandenes Bild oft nur kurz angeschaut. Wer sich mit Fotografie und dem Aufwand für ein gutes Foto auskennt, versteht was ich meine. Nichtfotografen erkennen häufig die Arbeit und auch das Können hinter guten Bildern nicht. Oft bekommt der Betrachter eines Fotos diesen Background nicht mitgeliefert. Deshalb hier ein kurze Erklärung was alles passen muss um solche Fotos entstehen zu lassen.
Daniela wohnt in München. Die Anreise nach Belgien/Beringen mit dem Zug ist dementsprechend aufwendig und langwierig. Ein Mermaid Kostüm wiegt gut und gerne 12-25 kg. Wenn Frau dann noch zwei oder drei unterschiedliche Flossen, die normale Kleidung usw. mit sich führt, kommen gerne zwei große Koffer und schnell über 30-40 KG zusammen. Wenn dann eine eher zarte Figur und nicht die Statur eines Möbelpackers dazu gehört, ist das mehrmalige Umsteigen an den Bahnhöfen dieser Welt, der oft hastige Sprint zum nächsten Zug, schon eine erste Herausforderung und Hürde. Kommt dann noch dazu, erst recht spät in Beringen einzutreffen bei Regen und Kälte im März und dazu kein Taxi weit und breit zu sehen ist, dann wird ein Fußmarsch mit dem ganzen Gepäck zur ersten Trainingseinheit und Belastungsprobe.

Die Leidenschaft, die „Leiden schafft“

Vergleichsweise gemütlicher ist es, meine 340km (vom Wohnort nach Beringen) mit dem Wohnmobil zurückzulegen. Wobei im März bei Dauerregen und kühlen 2°C nachts, die einsame Übernachtung auf einem belgischen Stellplatz auch keine wahre Freude ist. Die beiden Kameras ins jeweilige Unterwassergehäuse einzubauen, die Auswahl der Linsen und genügend Akkus als Vorrat aufzuladen etc. bedarf ebenfalls etwas Vorbereitungszeit und Konzentration. Sich 3 Tage für so ein Fotoshooting aus dem Job raus zu ziehen, damit man in der Woche genug Zeit und wenig Menschen im Tauchbecken hat, bedeutet für mich als Selbständigen jedoch auch immer, das Wochenende vorher und nachher durchzuarbeiten. Es ist halt eine „Leidenschaft, die Leiden schafft“ – im positiven Sinne gemeint. Diese Mühen nehmen wir jedoch gerne auf uns, wenn man eine so einzigartige Gelegenheit bekommt im TODI zu shooten. Wenn man sozusagen zu den „Hausfotografen“ gehört, dann bekommt man schon einmal Möglichkeiten eingeräumt, die nicht jeder erhält. So konnten wir u.a. am Dienstag vollkommen alleine im großen Tauchbecken unsere Shootings machen. Dienstags ist normalerweise Ruhetag im TODI. Um sich so etwas zu erarbeiten, muss man jedoch schon vorher eine Menge für das Tauchcenter geleistet haben (ohne jetzt im Detail aufzuzählen was an Vorarbeit dahinter steckt).
Kurz und bündig. Eine super freundliche Geste der Chefs vom TODI und selbst Daniela schien doch ein wenig beeindruckt, was ich für unser Shooting organisiert hatte.

Die Magie des Moments

Nachdem wir Dienstagmorgen ein kurzes Briefing zu unseren Vorstellungen beim Shooting gemacht hatten, ging es um 10:00 Uhr zu TODI. Zuerst ein kurzer Rundgang und um 11:00 Uhr waren wir im Wasser bereit fürs Shooting. Und dann begann für mich einer der interessantesten, intensivsten und besten Fotoshoots, die ich bislang erlebt habe. Wie immer wenn sich zwei Menschen begegnen, „beschnuppert“ man sich kurz und bei einem Fotoshoot versucht man natürlich immer äußerst professionell zu sein.Das Modell soll sich wohl fühlen und sich für die Kamera öffnen. Der Fotograf, so geht es mir auf jeden Fall immer, versucht den eigenen und fremden Ansprüchen an ein gutes Foto gerecht zu werden. So muss ich zugeben, dass ein gewisser Stresspegel bei mir vorherrschte, denn Daniela ist seit vielen Jahren Vollprofi und hat mit zahlreichen Top-Fotografen zusammen gearbeitet.
Bereits nach den ersten Fotos waren wir beide zufrieden, und ab da an entwickelte sich die Fotosession zu einem wirklich beeindruckenden und besonderen, fast magischen Erlebnis. Ich habe einmal eine lange Fernsehreportage über Helmut Newton (berühmter Fotograf) gesehen. Seine Aussagen haben mich sehr inspiriert. Auf die Frage, wie er auf seine Ideen und die starke Ausdruckskraft seiner Bilder käme, erklärte er dem Interviewer, er „verliebe sich für den Zeitraum des Fotografierens“ in seine Fotomodelle. Ich weiß nicht, ob ich dies wörtlich korrekt wiedergebe, aber dies ist mir als Aussage so in Erinnerung geblieben.

Bei diesem Fotoshooting musste ich wieder an diese Aussage denken und es ging mir genauso, wie es Helmut Newton beschrieb. Deshalb vergingen die Stunden im Wasser wie im Flug und man kann sicherlich auch von der Magie des Moments sprechen. Schlechtes Wetter, Stress, Gedanken an Zu Hause, an die Arbeit etc. sind dabei vergessen und ich lebe nur im „Hier & Jetzt“ – vollkommen im Moment. Ich hoffe, meine Emotionen kann ich mit diesen Worten ein wenig transportieren.

Technik & Stimmung müssen passend aufeinander eingestimmt sein

Am Ende haben wir an 2 Tagen über 8h im Wasser verbracht und mehr als 400 Bilder machen können. Wer selber schon einmal ein Unterwassershooting mitgemacht hat, versteht die Problematik bei solchen Aufnahmen. Das Model sieht kaum 10% Unterwasser von dem, was Überwasser oder mit Tauchmaske zu sehen wäre. Dazu muss die Meerjungfrau die Luft anhalten können, die Augen öffnen, dann noch ein schöne Pose einnehmen und dies mehrere hundert Mal hintereinander. Dies bei 23°C Wassertemperatur und auch in Tiefen von 7m. Zudem schwimmt es sich mit so einer so großen Meerjungfrauenflosse nicht immer ganz einfach.
Als Fotograf hat man jeweils nur kurze Momente unter Wasser, um den perfekten Moment einzufangen. Die Technik muss stimmen, die Blitze vernünftig ausgerichtet werden. Das TODI hat zudem die Besonderheit der schnellen wechselnden Lichtverhältnisse. Kommt die Sonne heraus und man fotografiert im flacheren Wasser, benötigt man gänzlich andere Isowerte als schon wenige Schüsse später, dann in größerer Tiefe und an einem anderen Set. Auch der Einsatz der Blitze, um einen eher dunklen Hintergrund entstehen zu lassen usw., bedarf einiger schneller Tauchfertigkeiten und der Beherrschung des Equipments. Denn es ist immer dumm, wenn das Model auf den Fotografen warten muss und dadurch ein perfekter Moment verpasst wird.

Fazit

Meerjungfrauen-Fotoshootings sind ein ganz besonderes Erlebnis und das TODI eignet sich perfekt für diese Unternehmungen. Noch dazu wenn man ganz alleine im Tauchbecken alle Zeit der Welt hat, um mit einem echten Profimodell arbeiten zu dürfen. Nach diesen Tagen kann ich offen sagen, dass Daniela für mich zu den besten Mermaid Performerinnen der Welt gehört. In ihrem Buch gibt Daniela hilfreiche Tipps und verrät Einsteigern in diesem Bereich, was es alles zu beachten gibt, um eine ebensolche Leidenschaft für die Unterwasserwelt der Meerjungfrauen zu entwickeln, wie sie selbst.

Das Kinderbuch „Entdecke das Tauchen“ kann direkt über mich (per Mail) bestellt werden – kann aber auch gerne über meinen Online Shop gekauft werden.


12,80 € pro Stück
Autor: Frank Rossow
Umfang: 64 Seiten
Format: 20,7 x 28 cm
Einband Hardcover
Abbildungen zahlreiche Farbfotos
ISBN 978-3-86659-287-2

Entdecke das Tauchen
In diesem Buch erfahren wissensdurstige Kinder alles rund um dieses spannende Thema und die Unterwasserwelt, von den Anfängen des Tauchens bis zur Gegenwart, vom Freitauchen über das Schnorcheln bis zum Tauchen mit Pressluft, von Tauchrekorden in der Tierwelt bis hin zu Forschungstauchbooten und skurrilen Tiefseegeschöpfen.

Aus dem Inhalt:
• Tauchen, ein Teil der menschlichen Kultur
• Taucher der Tierwelt
• Tauchen lernen – vom richtigen Zubehör bis zur Orientierung im Wasser
• Alte Schiffe, Piratenschätze und abenteuerlustige Taucher
• Tauchen als Beruf
• Die goldenen Tauchregeln
• Tauchplätze auch in deiner Nähe
• Traum-Tauchziele
• Extra: Großes Tauchquiz


14,90 € pro Stück
Autor: Dr. Daniela Rodler
Umfang: 96 Seiten
Format: 29,7 x 0,8 x 21,0 cm
Einband zahlreiche farbige Illustr., kart.
ISBN 978-3-89594-935-7

Mermaids

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Aus dem Inhalt:
• Material und Art der Meerjungfrauenflossen
• Schwimmtechnik und Kunststücke
• Grundzüge des Apnoetauchens
• Tiere der Meere, Seen und Flüsse
• Tipps für das Modeln unter Wasser
• Die verschiedenen Gewässer und ihre Bewohner
• Make Up und Accessoires für eine Meerjungfrau
• Mythen und Legenden über die Wasserwesen
• Extra: Tipps und Tricks vom Profi

Kontaktdaten Daniela

Dr. Daniela Rodler ist Profi-Meerjungfrau, Unterwassermodel und Apnoetaucherin. Seit mehreren Jahren tritt sie damit national und international für TV-Produktionen, Großaquarien, Events, Fotoshootings, Tier- und Umweltschutz, Charity-Veranstaltungen und Messen auf. Ihre Unterwasser-Einsätze führten sie u.a. nach Australien, England, Schottland, Frankreich, Lanzarote, Teneriffa, Mexico und Grenada; in den USA schwamm sie Shows als Gast-Mermaid im Denver Downtown Aquarium, im Silverton Casino Las Vegas und in der Dive Bar Sacramento. Nebenbei widmet sie sich dem eigenständigen Bau von Mermaid-Fischschwänzen aus Silikon und dazu passender Accessoires. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Wissenschaftlerin gilt Daniela Rodler als eine der erfolgreichsten und vielseitigsten Meerjungfrauen Europas

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