Frank Rossow

Tiere & Natur

Arten für Einsteiger – Chlorocala, Eudicella & Co

Die mittel-großen und auch die vielen kleineren Arten Rosenkäfer bieten eine überwältige Fülle an Formen und Farben. Von grün, über gelb, rot, blau oder gar lila reicht die Farbpalette die einzelne Arten zeigen. Entsprechend groß ist der Reiz viele Arten selber zu züchten und zu halten

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Rosenkäfer aus Afrika stellen eine riesige Gruppe extrem farbenprächtiger Arten, die zumeist aus den Regenwaldregionen stammen. Viele davon sind leicht zu vermehren und stellen geringe Ansprüche an den Halter. Mehr als 100 Arten haben sich bereits fest in der Terraristik etabliert und somit einen beispiellosen Siegeszug angetreten. Sie sind eine wahre Bereicherung für das Hobby!

Das Heer der bunten Kleinen

Die Masse der Goliathkäfer der Tribus Goliathini wird von zwar sehr kleinen (etwa Tmesorrhina alpestris oder Chlorocala spp.) bis mittelgroßen (z. B. Dicronorhina derbyana), jedoch ebenfalls knallbunten Arten gestellt. Die auffälligen, oft metallisch schillernden Körperfarben lassen jeden Auto-Tuner mit seinen Metallic-Lackierungen vor Neid erblassen. In der Natur dient die dadurch zustande kommende Reflexion jedoch vor allem dazu, die Käfer vor Überhitzung zu schützen.

Die bei vielen Arten vorhandene weiße Zeichnung, oft in Form von Linien, entsteht durch wachsähnliche Substanzen, die aus besonderen Drüsen auf der Körperoberfläche austreten. Diese „Sekretfarben“ werden mit zunehmendem Alter dunkler und verblassen ein wenig.

Neben ihrem fantastischen Äußeren liegt der Reiz der kleinen Rosenkäfer für die Terraristik besonders darin, dass man größere Gruppen gemeinsam in nicht allzu geräumigen Becken pflegen kann. Außerdem vorteilhaft ist ihre schnelle Vermehrungsrate.

Die am häufigsten zu erhaltenden Arten stammen aus der Gattung Eudicella, rund 15 Spezies sind in der Terraristik etabliert.

Bei ihnen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Männchen tragen stattliche Hörner. Neben Grün kommen auch satte Braun-, Gelb- und Ockertöne vor. Im Fall von E. aethiopica ist sogar eine Kombination aus grünem Kopf und roten Elytren zu bestaunen. Die Gattungsvertreter werden zwischen 2,5 und 3,5 cm groß und lassen sich auch in Gruppen gut pflegen.

Während Arten aus der E.-euthalia-Gruppe meist recht leicht zu vermehren sind und Weibchen teilweise 80–100 Eier legen können, ist die Nachzucht bei der E.-gralli-Gruppe etwas schwieriger. Die Larven einiger Formen sind außerdem mehr oder minder „kannibalisch“ veranlagt, sie benötigen eine stärkere Zufütterung mit Proteinen.

Eudicella – Männchen zeigen ein gegabeltes Horn

Kleine Rosenkäferarten sind erschwinglich

Ebenfalls im Hobby weit verbreitet sind Arten der Gattung Chlorocala, denn sie sind selbst für Einsteiger geeignet und zudem auch mit schmalem Geldbeutel erschwinglich. Das Geschlecht lässt sich bei Imagines hier allein anhand einer Längsfurche unterscheiden, die nur auf der Unterseite des Abdomens der Männchen vorhanden ist. Überhaupt fehlen den Männchen vieler kleinerer Vertreter der Goliathini markante Kopffortsätze. Dies ist oft bereits am Gattungsnamen zu erkennen, und zwar am fehlenden Wortbestandteil -rhina.
Allerdings besteht eine gewisse Möglichkeit, das Geschlecht bereits an Larven des letzten Stadiums (L3) zu erkennen: Nur Männchen zeigen an der Unterseite des Hinterleibs einen kleinen, schwarzen Fleck, das sogenannte Herold’sche Organ.

Chlorocala – fantastischer Farbe und schnelle Vermehrung (ca. 6 Monate)

Anspruchslose Gesellen

All diesen kleinen Rosenkäfern ist gemein, dass sie sich recht einfach vermehren lassen, nur geringe Ansprüche an das Zuchtsubstrat stellen und zudem Beetle Jelly als Futterquelle annehmen, aber auch beispielsweise Pollen, Ahornsirup oder Früchte.

Auf keinen Fall jedoch sollten mehrere Arten einer Gattung im Terrarium vergesellschaftet werden, denn sonst besteht die Gefahr der Hybridisierung. Zwar sind Hybriden auch in der Natur in Überschneidungszonen der Verbreitungsgebiete verschiedener Arten zu finden, in der Terraristik sollten wir jedoch darauf achten, die jeweiligen Spezies artrein zu vermehren.

Insgesamt gesehen eröffnet die riesige Auswahl an Goliathini in verschiedensten Farben und Körperformen dem Einsteiger wie auch dem erfahrenen Käferhalter ein schier unerschöpfliches Potenzial, sein Hobby voll auszuleben. Denn wie heißt es so schön: Erst wenn man es übertreibt, kann man es Hobby nennen!

Pachnoda Arten:

Einige Pachnoda Arten wie Pachnoda marginata peregrina sind so einfach zu vermehren, dass ihre Larven sogar als Futter für Reptilien herhalten müssen. Es gibt aber auch kniffligere Arten wie Pachnoda vossi, Pachnodella oder Pachnoda trimaculata. Diese benötigen oft mehr Wärme (bis 32 °C) um sie zur Eiablage zu bewegen. Zudem legen sie duetlich weniger Eier als Pachnoda sinuata oder P. peregrina.

Cyprolais – ideale Käfer für Einsteiger ins Hobby

Cyprolais Arten haben eine hohe Vermehrungsrate, es können bis zu 100 Eier und mehr pro Weibchen gelegt werden. Sie benötigen knapp 6-8 Monate bis zum Schlupf und zeigen zudem wunderschöne Farben. Die Männchen haben kein so imposantes Horn wie Eudicella Arten, zeigen jedoch eine Art „Schaufel“. So sind die Geschlechter sehr einfach voneinander zu unterscheiden

Dicronorhina sind mittel-große Arten mit einem gewissen Anspruch an ihre Pfleger

Dicronorhina eignen sich rehct gut für dne Einstieg in die Käferhaltung. Sie benötigen jedoch gut 10-12 Monate bei der Larvenentwicklung, stellen somit also ein wenig höhere Ansprüche als Chlorocala, Pachnoda oder Cyprolais Arten. Die Imagines werden oft um die 4-4,5cm groß und stellen den Übergnag zu den richtig groß werdenden Arten wie Mecynorhina dar.

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